12. April 2018

E-Mail Marketing – Was ist erlaubt?

 

Wer potenzielle Kunden akquirieren möchte, greift oft auf eine der einfachsten und schnellsten Methoden zurück, eine E-Mail mit Werbeinhalt versenden. In vielen Fällen benutzen Unternehmen das Internet, um nach Adressaten zu recherchieren und somit potenzielle Kunden durch eine Werbe E-Mail anzuschreiben. Ein kurzer Text, ein schneller Klick und ehe man sich versieht, steht auch schon der erste Kontakt. Da kann doch eigentlich nichts dagegen sprechen? Oder doch?

Was viele Unternehmen nicht wissen ist, dass dieser Weg auch der gefährlichste ist, denn wann solche E-Mails für Marketing Zwecke überhaupt versendet werden dürfen und wann sie verboten sind, ist in vielen Fällen gar nicht so transparent. Allgemein müssen für rechts- und datenschutzkonformes E-Mail Marketing unterschiedliche Gesetzte beachtet werden: u.a. die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), das neue Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), das Telemediengesetz (TMG) und das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).

Bereits das Gesetz des unlauteren Wettbewerb (UWG) sieht vor, dass unerwünschte E-Mail Werbung, unerwünscht in dem Sinne, dass der Empfänger keine vorherige Einwilligung gegeben hat, verboten ist und auch zu teuren Abmahnungen und Bußgeldern führen kann.

Was man auf dieser Grundlage nun berücksichtigen muss, damit das E-Mail Marketing nicht zum Drahtseilakt wird, erfahren Sie hier:

 

Wann sind Werbe E-Mails erlaubt?

Erfolgte Einwilligung

Eigentlich führt kein Weg daran vorbei. Wenn Sie Werbung per E-Mail versenden möchten, müssen Sie die Einwilligung des Empfängers einholen. Insbesondere bei Newslettern sieht die aktuelle Rechtslage in Deutschland das Double-Opt-In-Verfahren als rechtskonformes Einwilligungsverfahren an.

Double-Opt-In (DOI):

Das DOI ist die beste und sicherste Methode, um eine Einwilligung eines Adressaten bezüglich E-Mail Werbung und Newslettern zu ergattern. Ein DOI-Verfahren erfolgt in drei Schritten:

  1. Der potenzielle Kunde/ Interessent kann sich beispielsweise über Ihre Homepage mit seiner E-Mail Adresse für einen Newsletter eintragen.
  2. Er erhält nun auf seine eingetragene E-Mail Adresse eine E-Mail, welche einen Link beinhaltet der diesen Prozess (Anmeldung zu Newsletter) noch einmal bestätigt. Diese manuelle Bestätigung ist in diesem zweiten Schritt besonders wichtig, da so garantiert wird, dass der potenzielle Kunde/ Interessent sich freiwillig für den Newsletter eingetragen hat.
  3. Meistens erhält er nun noch einmal eine E-Mail in der über die erfolgreiche Bestätigung der Anmeldung zum Newsletter informiert wird.

Wichtig zu wissen: Damit man im Ernstfall auch Nachweisen kann, dass das Zusenden von Werbe E-Mails und Newslettern ihre Richtigkeit hat, sollte man immer das Datum und die Uhrzeit der Einwilligung speichern.

Außerdem ist es wichtig zu beachten, dass für den potenziellen Kunden/ Interessenten immer transparent bleibt, wofür er zukünftig Werbung oder News erhält. Er sollte außerdem jederzeit die Möglichkeit haben, sich abmelden zu können, ohne dass eine Gebühr anfällt.

Bestandskunden

Wenn Sie Bestandskunden haben, denen Sie E-Mails für Werbezwecke zusenden wollen, können Sie dies auch ohne Einwilligung tun. Natürlich gibt es dafür auch Voraussetzungen: Sie müssen Ihre Kunden darauf hingewiesen haben, dass ihre E-Mail Adresse für spätere Werbezwecke benutzt werden könnte. Grundlage ist da beispielsweise ein Abonnement oder ein Einkauf im Shop. Hier gilt jedoch, dass nur Werbung verschickt werden darf, die den Kauf direkt betreffen. Wenn ähnliche Ware beworben werden soll, muss ein gleicher typischer Verwendungszweck oder Bedarf des Kunden ersichtlich sein. Zu beachtet ist hier auch, dass der Kauf oder Vertrag nicht älter als 2 Jahre sein darf, sonst muss eine neue Einwilligung eingeholt werden.

Wichtig zu wissen: Insbesondere bei Newslettern ist es unabdingbar, dass sie ein Impressum enthalten. Der Empfänger des Newsletters muss also darüber aufgeklärt sein, wer der Absender ist. Diese Impressumspflicht im Newsletter geht auf das Telemediengesetz (TMG) zurück.

 

Wann sind Werbe E-Mails verboten?

Mündliche Einwilligung

Nichts ist einfacher als mündlich einzuwilligen, dass einem Werbung geschickt werden darf. Viele Unternehmen greifen bei der Kunden Akquise zum Telefon. Eine mündliche Zusage, dass E-Mails für Werbezwecke versendet werden darf, reicht dann jedoch nicht aus. Es bedarf noch einer schriftlichen Einwilligung des potenziellen Interessenten, bevor das Unternehmen Werbe E-Mails versenden darf. Diese Einwilligung erfolgt dann im besten Fall über die Anmeldung zum Newsletter auf der Homepage des Unternehmens und folglich auch über das Double-Opt-In-Verfahren. In allen Fällen muss der potenzielle Interessent freiwillig und nachweisbar für den Erhalt von E-Mail Werbung eingestimmt haben.

Wichtig zu wissen: Bei einem sogenannten Single-Opt-In kann sich der Empfänger, ähnlich wie beim Double-Opt-In, über ein Formular auf der Unternehmenshomepage für einen Newsletter oder E-Mail Werbung anmelden. Anders wie beim DOI erhält er keine weitere Bestätigungsmail. Da in diesem Fall nicht eindeutig nachweisbar ist, dass sich der Empfänger auch wirklich freiwillig über das Formular eingetragen und damit angemeldet hat, wird von der Single-Opt-In Variante abgeraten.

Käuflich erworbene E-Mail Adressen

Um schnell neue potenzielle Kunden anzuwerben, ist ein einfacher Kauf von bereits erstellten E-Mail Adressen Listen verlockend. Dieses Vorhaben ist jedoch nicht erlaubt. Ganz einfach: Es liegt keine Einwilligung seitens des Empfängers vor.

 

Aber wie kann beispielsweise ein Unternehmen neue Kontakte aufnehmen?

Auch wenn es mühselig klingt, aber wie bereits erläutert, führt kein Weg daran vorbei, bei der Kontaktaufnahme die Einwilligung des Empfängers einzuholen.

Hier finden Sie ein paar Anregungen, wie Sie potenzielle Kunden und Interessenten kontaktieren:

  1. Über ein Kontaktformular auf der Unternehmenshomepage: Wenn ein Unternehmen solch ein Kontaktformular schon auf seiner Homepage hat, suggeriert es damit, dass man Kontakt aufnehmen soll. Schreiben Sie es doch einfach über dieses Kontaktformular an. Doch aufgepasst: Wenn man Werbung über dieses Formular versenden möchte, muss auch hier zuerst nach der Einwilligung gefragt werden.
  2. Die eigene Homepage: Jetzt sollten Sie einmal selbst schauen, ob man Ihre Homepage, wenn vorhanden, überhaupt auf den ersten oder zweiten Klick finden kann. Nur wenn man Ihre Homepage direkt findet, können auch potenzielle Kunden auf Sie zugehen. Stichwort: Suchmaschinenoptimierung (SEO).
  3. Netzwerkveranstaltungen: Auf Netzwerkveranstaltungen können Sie bereits einen guten Eindruck von sich und Ihrem Unternehmen hinterlassen. Außerdem bringen Sie die Mund-zu-Mund-Propaganda ins Laufen, was auch in jedem Fall eine bewährte Strategie ist. Wenn Sie dann noch Ihre Visitenkarten und Flyer an potenzielle Kunden verteilen, kann das Networking beginnen.
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